Weiter gehts

Und wieder sitze ich im Zug. Diesmal ziemlich müde und geschafft. Ich war die letzten zwei Tage in meiner Heimatstadt in Thüringen – Familie und Freunde treffen. Und Urlaubsgeld von den Omas bekommen 😉 Gestern Nacht wurde es dann etwas länger und ich fing an, philosophisch zu werden und habe mir sogar mein Abendessen nochmal genau durch den Kopf gehen lassen, ob das überhaupt ethisch vertretbar war. Es ging immerhin um einen Teller Dosensuppe. Ihr wisst schon – mit unglücklichem Fleisch, gespritztem Gemüse, sozial unfair angebautem Reis und auch noch von einem großen Massenproduzenten. Das konnte ich nun doch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Ich habe mich dann also dazu entschieden, vom Verzehr dieser Suppe abzusehen. Rückwirkend.

Eine sehr schöne Zusammenkunft gab es auch mit Sarah und Lars. Erstere wohnt in Dresden, zweiterer in Buenos Aires. Wir haben zusammen Abitur gemacht (Ma/Phy-LK, was auch sonst) und es war toll, dass wir uns zufällig alle gleichzeitig in unserem kleinen Heimatstädtchen aufgehalten haben.

Auf der Fahrt in meine Heimat hatte ich aber ein verrücktes Erlebnis. Ein alter ICE von München nach Berlin war mein Fortbewegungsmittel der Wahl. Schönes Interieur mit gemusterten Blechhimmel und Holzverkleidung an den Wänden. Aber: weder Müllbehälter noch Steckdose am Platz!! Ich habe dann kurz überlegen müssen, ob ich nicht aus Versehen in der Zeit zurück gereist bin und mich nun im einen Zug der Reichsbahn befinde. Zumal die Zugbegleiterin in ihrer Durchsage auch permanent von „Metropolitan von München nach Berlin“ sprach. Nach einem Personalwechsel wurde dann aber wieder von „ICE“ gesprochen und ich war zumindest wieder sicher, im richtigen Zug zu sitzen. Was aber nichts am Steckdosenproblem änderte. Der Akku meines Tablets war dann dementsprechend auch leer und der geplante Blogeintrag musste entfallen.
Seltsam war aber auch noch etwas anderes. Ich warf meinen großen Rucksack nach oben auf die Gepäckablage und setzte mich hin. Dann hörte ich Fragmente von einem Gespräch zweier älterer Damen. „Na vom Gewicht her muss es dafür ja geeignet sein.“ blieb mir besonders in Erinnerung. Es ging augenscheinlich um meinen Rucksack und die Gepäckablage. Und die Angst der beiden Damen, der Rucksack könnte zu Boden stürzen. Das eigentlich Kuriose daran ist – für mich – aber, dass mich tags zuvor im Zug nach München ein Fahrgast – auch eher der Generation meiner Großeltern angehörig – darum bat, aus Sicherheitsgründen meinen Rucksack doch bitte lieber ebenerdig zu verstauen. Was ist da los? Gesundes Mistrauen älterer Mitbürger gegenüber moderner Technik? Schlechte Erfahrungen aus längst vergangenen Tagen? Oder hatte ich bisher einfach nur Glück, das mir noch nie mein Rucksack auf den Kopf gefallen ist und ich selbiges noch bei keinem anderen Fahrgast gesehen habe?! Wie sind da eure Erfahrungen?? Hattet ihr schonmal ein ‚Gepäckgeschoss‘ im Zug?!

So, ich werde jetzt noch etwas schlafen. Heute geht es nach Franken, wieder Freunde besuchen, beim Umzug helfen und abends Gartenparty/Sommerkino. Ich freu mich schon!

Und euch, liebe Mitleser*innen, wünsche ich einen tollen sonnigen Tag! Geht raus, baden, sonnen, wandern, Fahrrad fahren oder was auch immer. Aber genießt das tolle Wetter, welches ich gerade nur aus dem Fenster betrachten kann…

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Nachtrag: Tatsächlich handelte es sich bei dem ICE 1008 von München nach Berlin um einen ‚Metropolitan‘ – ein ehemaliger Luxus-Zug, der (historisch) nichts mit den ICEs zu tun hat, sondern lediglich jetzt in dieser Zugklasse weitergenutzt wird, seit es die Metropolitan Express Train GmbH nicht mehr gibt. Wikipedia ist da wieder sehr ausführlich, äußerst lesenswert.